top of page

Fünf Jahre KTS Uelzen – Vom mutigen Neustart zur tragenden Säule für Kultur, Innenstadt und Stadtmarke

  • vor 2 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit

Mit der Gründung des Eigenbetriebs Kultur, Tourismus und Stadtmarketing der Hansestadt Uelzen begann am 1. Januar 2021 ein neues Kapitel für die Stadt. Fünf Jahre, die geprägt waren von Kreativität, großen Herausforderungen und einer kontinuierlichen Weiterentwicklung. Betriebsleiter Alexander Hass blickt auf diese Zeit zurück – eine Phase des Wachstums, der Anpassungsfähigkeit und zahlreicher innovativer Ideen.

Der Beginn: Vision, Verantwortung und Teamarbeit

„Im Januar 2021 sind wir mit dem Eigenbetrieb in der Lüneburger Straße 34gestartet“, erinnert sich Hass. Das Gebäude, vielen Uelzenerinnen und Uelzenern noch als ehemalige Kultkneipe „Life“ bekannt, war über Jahre ein prägender Treffpunkt der Stadt. Gemeinsam mit einem engagierten Team wurde hier der Grundstein für den neuen Eigenbetrieb gelegt – mit einem klaren Fokus auf Kultur, Stadtmarketing und Tourismus. Die erfolgreiche und etablierte Touristinformation auf dem Herzogenplatz bildete eine wichtige Säule des Eigenbetriebes.

Die Ausgangslage war anspruchsvoll: eine Innenstadt, die bereits vor der Pandemie wie alle Innenstädte vor strukturellen Herausforderungen stand. Parallel dazu ging das Theater an der Ilmenau in eine umfassende Sanierungsphase. Kurz nach dem Start folgte jedoch die erste große Bewährungsprobe – die Corona-Pandemie.

Corona als Zäsur – und als Katalysator

„Corona hat alles auf den Kopf gestellt“, so Hass. Geplante Veranstaltungen, Projekte und Formate mussten kurzfristig neu gedacht oder vollständig abgesagt werden. Auch das von vielen aktuellen der Hansestadt Uelzen und Vereinen sowie Institutionen geplante Jubiläumsjahr fiel der Pandemie zu Opfer. 

Doch statt Stillstand setzte das Team auf Flexibilität, Kreativität und neue Wege. Rückzug war keine Option.

Bereits zu Beginn der Pandemie wurde mit „Uelzen hilft“ eine breit aufgestellte Initiative ins Leben gerufen. Zahlreiche ehrenamtliche Bürgerinnen und Bürger engagierten sich gemeinsam mit dem Eigenbetrieb, um Menschen in schwierigen Situationen konkret zu unterstützen. Lebensmittel, Waren des täglichen Bedarfs und weitere notwendige Besorgungen wurden organisiert und ausgeliefert. Damit setzte die Initiative früh ein starkes Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts – Menschen halfen Menschen in Uelzen. Rückblickend erwies sich „Uelzen hilft“ trotz organisatorischer und logistischer Hürden als erfolgreiches Modell, das eindrucksvoll zeigte, wie wichtig Engagement, Zusammenhalt und unbürokratische Hilfe in Krisenzeiten sind.

Innovation in schwierigen Zeiten

Aus der Not heraus entstanden zahlreiche neue Ideen. Besonders prägend war das Projekt „Kultur im Schaufenster“. Kunst und Kultur wurden direkt in den öffentlichen Raum gebracht – mit abstand und kleinen Aufführungen vor bespielten Schaufenstern. Mithilfe von Silent- Funk-Kopfhörern entstand ein besonderes, damals deutschlandweit nahezu einmaliges Kulturerlebnis. Auch bekannte Künstler wie der Comedian Ausbilder Schmidt waren Teil des Programms, das überregional große Aufmerksamkeit erhielt.



Großen Zuspruch fand auch die neu konzipierte mobile Adventskalenderaktion. 2021 wurden die Formate erstmals digital erweitert: Mit Live-Übertragungen aus der KVHS entstanden die sogenannte „Vitaletage“, bei denen Menschen von zu Hause aus gemeinsam Sport treiben, kochen oder Kultur erleben konnten. 

Ein emotionaler Höhepunkt war die Adventskalender-Abschlussveranstaltung am 23. Dezember 2021 in der St.-Marien-Kirche – geprägt von Gemeinschaftsgefühl trotz aller Einschränkungen. Der mobile Adventskalender, bei dem das Team gemeinsam mit Unterstützern Pflegeeinrichtungen besuchte, setzte in den Wochen davor, ein starkes Zeichen für Nähe, Wertschätzung und Zusammenhalt.

Neustart und Aufbruch: Kultur und Innenstadtbelebung

Mit dem schrittweisen Ende der Corona-Einschränkungen nahm auch das kulturelle Leben wieder Fahrt auf. Formate wie „Kultur im Zirkuszelt“ brachten Kunst und Kultur zurück in die Innenstadt. Ziel war es, Menschen wieder zusammenzuführen, neue Begegnungsräume zu schaffen und Kultur niedrigschwellig erlebbar zu machen.

 

Ein weiteres Highlight war „Late-Light -Shopping in Uelzen“, die mit eindrucksvollen Illuminationen neue Akzente setzten. Besonders in Erinnerung geblieben ist die erstmalige Installation einer originalen Gondel auf dem Ratsteich. Die KTS organisierte für den Handelsverein verkaufsoffene Sonntage. Auch der beliebte Adventskalender am Alten Rathaus wurde stetig weiter entwickelt.

Kleine Formate – große Wirkung für Handel und Innenstadt

Neben den großen Veranstaltungen etablierten sich zahlreiche kleinere, aber wirkungsvolle Handels- und Mitmachaktionen. Dazu zählen unter anderem Kulturmeile, Sternstunde, Magic Monday sowie viele weitere Gewinnspielaktionen. Diese niedrigschwelligen Formate sorgten gezielt für Frequenz, stärkten den Einzelhandel und sprachen neue Zielgruppen an.

Theater und Kulturarbeit: Die Rolle des Kulturkreises

Während das Theater an der Ilmenau umfassend saniert wurde, blieb das kulturelle Angebot dennoch präsent. Das Veranstaltungsprogramm wurde und wird maßgeblich vom Kulturkreis als eigenständigem und traditionellem Verein gestaltet. Mit großer Erfahrung, langjährigem Engagement und einem sicheren Gespür für Qualität stellt der Kulturkreis ein abwechslungsreiches kulturelles Programm zusammen und sorgt damit für Vielfalt und Kontinuität im kulturellen Angebot der Stadt.

„Der Kulturkreis und das Team im Theater leisten hier hervorragende Arbeit“, betont Alexander Hass. „Sie prägen mit ihrem Einsatz seit vielen Jahren professionell das kulturelle Leben der Stadt.“

City meets Culture im Theater – Dialog, Diskurs und neue Perspektiven

Etabliert hat sich zudem das Veranstaltungsformat „City meets Culture“. Ziel dieses Formats ist es, Menschen niedrigschwellig für Kultur zu interessieren und zugleich zeitgemäße, gesellschaftlich relevante Themen aufzugreifen.

In moderierten Gesprächen und Impulsen geht es unter anderem um Veränderungen des Stadtklimas, die Entwicklung der Innenstadt, Fragen der Markenbildung oder den Einfluss Künstlicher Intelligenz auf Stadt und Gesellschaft.

 

Auch 2026 wird das Format fortgeführt:

Am 17. April findet die kostenfreie Veranstaltung im Theater an der Ilmenau statt. Der Eintritt ist frei, Karten sind eine Woche vor der Veranstaltung in der Touristinformation erhältlich. Inhaltlich steht neben aktuellen Themen auch das fünfjährige Jubiläum des Eigenbetriebs im Fokus – mit einem kurzen Rückblick sowie Ausblicken auf weitere Highlights.

Solide Finanzen und starke Partnerschaften

Ein zentraler Erfolgsfaktor der vergangenen fünf Jahre war die stabile finanzielle Aufstellung des Eigenbetriebs. Durch vorausschauendes Finanzmanagement, erfolgreiche Förderanträge und eine enge Zusammenarbeit mit Partnern und Sponsoren konnten zusätzliche Mittel eingeworben werden.

Programme wie „Zukunftsträume“ ermöglichten zahlreiche Projekte – von kurzfristigen Veranstaltungsformaten bis hin zur Entwicklung des digitalen Kulturraums „LIFE“.

Stadtmarketing im Wandel: Transformation durch ZIZ

Auch im Bereich Stadtmarketing hat sich der Eigenbetrieb deutlich weiterentwickelt. Förderprogramme wurden gezielt genutzt, um nachhaltige Impulse für die Innenstadt zu setzen. Ein zentrales Instrument ist dabei das Bundesförderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren (ZIZ)“.

Im Rahmen dieses Programms wurde die Transformation des Schnellenmarkt-Quartiers angestoßen. – Begleitet wird dieser Prozess durch:


  • das Münchbach-Haus, Stadtbrandmuseum, das die Geschichte des großen Stadtbrandes erzählt und erläutert, wie ein Apfel zu diesem dramatischen Ereignis führte,


  • sowie perspektivisch der „Flüsterer-Brunnen“, der künftig 100 Wassergeschichten erzählen wird.

Ergänzend wurde im Rahmen von ZIZ eine umfassende Quartieranalyse erstellt. Insgesamt konnten rund 600.000 Euro Fördermittel für Analyse, Planung und erste Maßnahmen eingeworben werden.

Digitale Vernetzung als Teil der ZIZ-Strategie

Ebenfalls im Rahmen des ZIZ-Programms wird aktuell die App „UEpp.de“ geplant. Sie soll Angebote aus Verwaltung, Stadtmarketing, Handel, Kultur und Tourismus bündeln und die Innenstadt digital erlebbar machen.

 

Stadtgutschein und Einzelhandel

Der Uelzen-Stadtgutschein entwickelte sich insbesondere während der Pandemie zu einem wichtigen Instrument der Kaufkraftbindung. Ausgehend von rund 20 beteiligten Akteuren wuchs das Projekt auf ein Gesamtvolumen von 1,2 Millionen Euro. Inzwischen machen fast 90 Geschäfte, Dienstleister und Gastronomiebetriebe mit.

Ergänzt wird dies durch die Zertifizierung „Serviceorientierter Einzelhandel“, an der sich nahezu 30 Betriebe beteiligt haben. Die feierliche Prämierung ist für Februar 2026 geplant.

Touristinformation und Ausblick

Auch die Touristinformation hat sich weiter zu einer zentralen Anlaufstelle entwickelt. Mit mehreren hundert Anfragen pro Monat trägt sie maßgeblich zur Information von Gästen sowie Bürgerinnen und Bürgern bei. Ein aktives Team, das Fahrradtag, die beliebten Bürgerfrühstücke und viele andere Aktionen mit Herz und Professionalität umgesetzt haben.

 

„Stillstand? Niemals“, sagt Alexander Hass mit Blick auf die kommenden Jahre. Weitere Projekte und neue Impulse stehen bereits in den Startlöchern.

Fazit: Gemeinsam für Uelzen

Fünf Jahre Eigenbetrieb Kultur, Tourismus und Stadtmarketing – eine Zeit voller Herausforderungen, Ideen und Erfolge.

„Ohne die engagierten Kolleginnen und Kollegen, ohne die Unterstützung der politischen Gremien sowie unserer Partner und Sponsoren wäre all das nicht möglich gewesen.“


Der Eigenbetrieb ist heute ein fester Bestandteil der Hansestadt .


„Wir haben noch viel vor. Unser Ziel bleibt es, Uelzen für alle Generationen lebenswert und liebenswert, attraktiv sowie zukunftsfähig zu gestalten.“


 
 
bottom of page